Häufig wird angenommen, es sei äußerst leicht, Übergewicht zu diagnostizieren. Doch ganz so leicht darf man sich die Diagnose nicht vorstellen. Nicht bei jeder Person kann auf den ersten Blick gesagt werden, ob ein Übergewicht vorliegt. Anders ist dies bei Adipositas, welche man im Regelfall tatsächlich mit einem Blick feststellen kann.

Eine sichere Diagnose wird vom Mediziner durch die Ermittlung des Body-Mass-Indexes (BMI) gestellt. Die Berechnung des BMI ist ganz leicht, letztlich gilt es nur das Körpergewicht durch die Körpergröße im Quadrat zu teilen. Wenn beispielsweise eine Person 1,80 Meter groß ist und ein Gewicht von 80 Kilogramm hat, liegt der BMI bei 24,7. Sollte ein Patient seine Körpergröße oder sein Körpergewicht nicht kennt, ist dies überhaupt kein Problem. Jeder Hausarzt verfügt über die erforderlichen Untersuchungshilfen bzw. eine Messlatte sowie eine Waage, um die erforderlichen Daten ermitteln zu können. Es ist sogar sinnvoll, die Werte direkt vor Ort bzw. in der Praxis zu ermitteln, um mit den tatsächlichen Zahlenwerten rechnen zu können.

Im Rahmen der Untersuchung messen Ärzte auch manchmal den Umfang der Taille. Bei Frauen sollte dieser nicht über dem Wert von 80 Zentimetern liegen, bei Männern nicht höher als 94 Zentimeter. Überschreitungen lassen sonst auf ein Übergewicht schließen, sodass es spätestens dann erforderlich wäre, den BMI zu berechnen.

Folgeerkrankungen diagnostizieren

Arzt mit der Diagnose ÜbergewichtÜbergewicht ist für den menschlichen Körper nicht gut, besonders nicht auf lange Dauer. Der Körper wird dadurch sehr belastet – dies gilt nicht nur für den Kreislauf, sondern beispielsweise auch für die Gelenke. Doch dies sind längst nicht die einzigen gesundheitlichen Risiken. Übergewicht und insbesondere Adipositas begünstigen viele weitere Erkrankungen. Hierzu zählen insbesondere Diabetes mellitus und Arteriosklerose. Bei Personen, die an deutlichem Übergewicht leiden, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Ärzte ein genaues Bild vom Gesundheitszustand verschaffen möchten. Sie führen daher ergänzende Untersuchungen durch, um festzustellen, ob Folgeerkrankungen bereits eingetreten sind. Je nach Verdacht wird hierfür auf andere Untersuchungsmethoden zurückgegriffen.

Untersuchungen bei Adipositas

Ganz typisch ist zum Beispiel die Messung des Blutdrucks. Die Kombination aus Übergewicht und Bluthochdruck gilt als besonders riskant. Sofern ein hoher Blutdruck feststellt wird, können Maßnahmen empfohlen werden, um den Blutdruck nachhaltig zu senken. Des Weiteren ist es üblich, dass das Herz abgehört wird. Ärzte hören ab, ob Besonderheiten festzustellen sind. Womöglich sind ungewöhnliche Geräusche festzustellen, die auf einen zurückliegenden Infarkt oder ein anderes Herzproblem schließen lassen. Eine weitere mögliche Untersuchung ist die Blutuntersuchung. Es wird eine Blutprobe genommen, um diese anschließend im Labor zu analysieren. Gerade im Hinblick auf Stoffwechselerkrankungen können Blutuntersuchungen sehr aufschlussreich sein.