Die Hämorrhoiden sind in aller Munde (im übertragenen Sinne), doch was sind Hämorrhoiden, wodurch macht sich dieses Leiden bemerkbar, und wie wird diesem vorgebeugt? Hämorrhoiden befinden sich zwischen dem Mastdarm und dem After. Als After wird in der Medizin der ringmuskuläre Darmausgang und anschließender Kanal von etwa vier Zentimeter Länge bezeichnet. Der vorausgehende 15-20 zentimeterlange Verdauungstrakt nennt sich Mastdarm. An diesem Übergang befinden sich Schwellkörper, die den Darm abdichten und für den Stuhlgang unersetzlich sind: die Hämorrhoiden.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden PlageJeder Mensch hat seit Geburt Hämorrhoiden, das Leiden entsteht durch eine unübliche Vergrößerung dieser Schwellkörper. Das Problem ist sehr einfach darstellbar. Bei gesundem Stuhlgang drängt unser biologischer Abfall aus dem Mastdarm durch den Schwellkörperring in den After. Dabei werden die Schwellkörper zur Seite gedrängt und durch Sehnen an Ort und Stelle gehalten. Sind diese Sehnen überdehnt, entsteht das Hämorridalleiden. Dabei können die Schwellkörper nicht mehr am ursprünglichen Platz gehalten werden, sondern werden nach unten (Richtung After) weggedrückt. Im schlimmsten Fall treten sie sogar aus dem Analkanal heraus, können reißen und es kann zu Blutungen kommen.

Die geläufigsten Hämorrhoidalleiden werden durch Blutverlust von hellroter Färbung und einem Juckreiz im After signalisiert. Der Juckreiz wird durch Blutstauungen in den Schwellkörpern ausgelöst. Oft wird ein brennendes Leiden beschrieben, das durch oberflächliche Hauteinrisse verursacht wird. Als „Blinder Drang“ wird ein Stuhlgangbedürfnis bezeichnet, obwohl dafür verdauungstechnisch kein Anlass besteht. Dafür sind die mit Blut gefüllten Schwellkörper verantwortlich, die den Darm komplett ausfüllen.

Was kann man gegen Hämorrhoiden tun?

Hämorrhoidalleiden sind therapierbar. Je eher sie diagnostiziert werden können, desto einfacher ist die Behandlung. Im Prinzip zielt die Therapie darauf ab, die Schwellkörper auf Normalgröße zu reduzieren und die Sehnen zu stabilisieren. Bei rechtzeitigem Erkennen muss nicht zwangsläufig ein chirurgischer Eingriff erfolgen. Das bekannteste Verfahren ist das Sklerosieren (Veröden) der Darmschleimhaut. Dabei wird in die Schleimhaut des Darmes ein Verödungsmittel gespritzt, wodurch eine Entzündung entsteht. Diese führt zu einer Narbe in der Darmmuskulatur. Daraus resultieren ein vermindertes Blutangebot und das Verkleinern der Schwellkörper. Durch Salben, Zäpfchen und Ähnliches soll die Wundheilung gefördert werden, und der Juckreiz unterbunden. Das durch die Entzündung verursachte Brennen und Nässen wird ebenfalls durch Pflege unterbunden.

Beim Stuhlgang gegen Hämorrhoiden vorbeugen

Vorbeugend können einige Maßnahmen helfen, dass es gar nicht erst so weit kommt. Ein regelmäßiger Stuhlgang ist Interpretationssache. Von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich ist alles normal. Wesentlich wichtiger wird, dass beim ersten Anzeichen des Stuhlgangs das „stille Örtchen“ aufgesucht wird. Je länger der Gang hinausgezögert wird, desto fester wird der Stuhl. Unnötiges Pressen (und ausleiern der Sehnen) kann somit vermieden werden. Weichmacher sollten auf dm täglichen Ernährungsplan stehen. Saure Gurken, Sauerkraut und Pflaumensaft sind nur einige Haushaltsmittel. Durch ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) wird einer Verstopfung vorgebeugt. Ausreichend Bewegung hält den Darm auf Trab und fördert den Stuhlgang. Nicht jedes Brennen oder Jucken ist automatisch Hämorrhoidenalarm. Auch der After will gepflegt werden. Bei leichten Beschwerden empfehlen sich Sitzbäder mit heilenden Zusätzen (Kamillenblüte, Eichenrinde, Hamamelis) oder weiches, parfümfreies Toilettenpapier. Eventuell sollte für die „Sitzung“ etwas mehr Zeit einberechnet werden, um das geplagte Hinterteil in Ruhe an der Luft trocknen zu lassen, bzw. mit einem separaten Handtuch trocken zu tupfen.